Freitag, April 21, 2017

Unterwegs in Berlin - Japanischer Brunch und Chinese Dumplings

Es geht noch ein bisschen weiter ohne selbstgekochtes Essen - das Osterwochenende führte uns für zwei Tage nach Berlin. 30 Jahre Deine Lakaien wollten in der Philharmonie gefeiert werden - ein willkommener Anlass um Freunden in der Hauptstadt einen Kurzbesuch abzustatten.


Einkaufen war ja nicht, das durch die Stadt schlendern immer wieder mit Regengüssen garniert - macht aber gar nix, so haben wir ausreichend Gründe, in die vielen tollen Cafés und Kneipen Berlins zu flüchten.


Zwei Läden möchte ich hier kurz noch vorstellen - denn auch ich freu mich immer über Tipps in anderen Städten.
Jeden Sonntag gibts ein japanisches Brunchbuffet im Restaurant ULA in Berlin-Mitte. Unser Freund fragte, ob wir Lust hätten - oh ja, hatten wir! Spätestens seit der genialen Netflix Serie Samurai Gourmet (in der man tolle Einblicke in verschiedene japanische Küchen und ein klein wenig in des Japaners Seele bekommt..) hätten wir sowieso große Lust auf Japan.. Hier werden jeden Sonntag von 11 - 15 Uhr traditionelle japanische Köstlichkeiten angeboten (abends gibts dann eher moderne Fusionküche - wobei die sich auch ziemlich gut anhört!).


Für 16 Euro darf man sich am Buffet bedienen, so oft man möchte - es gibt natürlich Misosuppe (sehr gute!), verschiedene eingelegte Gemüse, Salat, japanisch gerolltes Omelett, japanisches Schnitzel, Frikadellen, verschiedene warmee Gerichte von Curry über verschiedene Fleischgerichte bis zu Gemüse in Miso (oh, die Auberginen mit frittiertem Tofu fand ich besonders gut), dazu zwei Sorten Sushi (wobei hier wirklich nicht der Schwerpunkt liegt).


Für den süßen Magen gibts kleine Kuchen, Obst und eine schwarze Sesamcreme, die ich so toll fand, dass ich gleich zwei Portionen verdrückt habe. Ich werde Rezepte suchen, die möchte ich unbedingt nachmachen.


Dazu gibts z.B. grünen Tee mit geröstetem Reis für 4 Euro, mehrere Aufgüsse inklusive. Wer Kaffee mag, der bekommt natürlich auch Kaffee ;). Das Buffet wurde immer wieder aufgefüllt, allzu spät würde ich aber nicht kommen, ich hatte den Eindruck, dass das schon etwas nachlässt. Aber 11 Uhr ist ja auch eine gute Zeit, um zu beginnen..
War mal ein anderer Osterbrunch - hat uns aber sehr, sehr gut gefallen!

Abends gings dann weiter mit Asien - wir hatten uns zum Baozi-Essen verabredet - chinesische Teigtaschen bis zum Umfallen :D. Schon beim letzten Mal hat es uns in den kleinen Laden Lecker Song im Prenzlauer Berg verschlagen - wir waren so angetan, dass wir den Besuch dieses Mal gleich wiederholt haben. Reservieren ist hier keine schlechte Idee, der Laden ist wirklich klein - gerade mal 4-5 Tische im Inneren, im Sommer kommen noch ein paar Sitzplätze vor der Türe dazu. Alles eher etwas enger und kleiner - dafür aber gemütlich.


Auch hier gibts sehr guten Tee im eigenen Kännchen aus wunderschönen Schalen - und dann natürlich gedämpfte Teigtaschen. Vorher sollte man sich aber auf keinen Fall die Vorspeisen entgehen lassen, die finde ich mindestens genauso gut! Wir hatten dieses Mal Gurkensalat mit Chiliöl, einen wunderbaren Seetangsalat mit Korinader und eingelegten Chinakohl. Alles kommt in Schalen auf den Tisch und dann wird geteilt - sehr praktisch, so bekommt man etwas von der Vielfalt mit.


Die Teigtaschen (eine lange Liste vegan/vegetarisch, eine Liste mit fleischhaltiger Füllung) lassen auch keine Wünsche offen - wir haben wild gemixt, so richtig falsch liegt man sowieso nicht (besonders gut fand ich Kartoffel/Pilz, schwarze Baozis mit Rindfleischfüllung, Hühnchen mit Wasserkastanie und welche mit Tofu und Shiitake). Wie schön, wenn der Kellner den Turm an Bambuskörbchen herbeibalanciert.. wer beim Essen feststellt, er kann noch ein bisschen - kein Problem, nachordern ist jederzeit möglich, das geht ja recht flott.

Wir wollten allerdings noch Platz fürs Dessert lassen- natürlich ebenfalls Dumplings. Schon letztes Jahr hatten wir die Hefeklöße mit roter Bohnenfüllung probiert - dazu gibts Apfelmus und gesüßte Kondensmilch und sie sind so, so gut.


Fotografieren ist im Dunkeln etwas schwierig, die Fotos sind teilweise vom letzten Jahr, da wars Sommer und länger hell abends. Also, wer chinese dumplings mag, der macht mit einem Besuch bei Lecker Song nix falsch - nette Bedienung, tolles Essen, absolut faire Preise. Für Tee, Vorspeisen, salzige und süße Dumplings haben wir ca. 18-20 Euro pro Person bezahlt. Und dann rollt man wirklich glücklich von dannen..

ULA
Anklamer Str. 8
Mitte
10115 Berlin


Lecker Song
Schliemannstraße 19
Prenzlauer Berg
 10437 Berlin

Mittwoch, April 19, 2017

Unterwegs in England: Bakewell

Am letzten Tag unseres Englandaufenthalts wurden wir mit herrlichem Wetter belohnt - perfekt für einen Ausflug ins Grüne. Von Derby erreicht man das Naturschutzgebiet Peak District in knapp einer Stunde mit dem Bus - unterwegs guckte ich schon begeistert aus dem Fenster: rollende Hügel, Steinmäuerchen, ab und an ein Herrenhaus, Schafe - so stellt man sich das vor ;). Und nach so viel Stadt habe ich mich wirklich auf etwas Natur gefreut.


Da wir ohne Auto unterwegs waren, keine wirklich wandertauglischen Schuhe dabei hatten und meine beiden Begleiter jetzt auch nicht so wahnsinnig wandermotiviert waren, hatten wir an einen Spaziergang durchs kleine Örtchen Bakewell gedacht. Da waren wir bei dem schönen Wetter zwar auch nicht alleine, aber kein Vergleich zu Londoner Menschenmassen ;).




Bakewell scheinbar für zwei Dinge berühmt - seine mittelalterliche Bogenbrücke (hatte ich mir etwas imposanter vorgestellt) und Bakewell Pudding - jeder zweite Laden rühmt sich, den originalen/ältesten/besten Bakewell Pudding zu backen. Dabei handelt es sich um eine Art Blätterteiggarte mit Erdbeermarmelade und Mandelguss - nicht schlecht, für mich vielleicht ein bisschen süß..





Insgesamt aber ein sehr hübesches Örtchen mit einigen interessanten Einkaufsmöglichkeiten kulinarischer Art. Die kleine Kirche (All Saint's Church) mit einer Sammlung an sehr alten Steinfragmenten (u.a. zwei Kreuze aus dem 9. Jahrhundert, Teile von angelsächsichen Grabsteinen) ist durchaus sehenswert - schön erkennt man das Zusammenfließen von altem Glauben und neuem (so darf auch Ratatösk noch auf der Weltenesche auf dem Kreuz umherwuseln..).


Nach dem Rundgang durchs Städtchen ruft die Cider-Durst - wir sitzen in der Sonne vor dem Pub The Castle Inn (die hätte auch Zimmer, falls ihr Lust bekommen habt..) und lassen uns Rhabarber Gin-Tonic und den liebsten Cider (Aspall Suffolk vom Fass) schmecken und genießen..



Gestärkt und erfrischt machen wir uns dann doch noch auf einen kleinen Spaziergang - über einen Teil des Monsal Trails und weiter über schöne Pfade durchs Grün laufen wir von Bakewell nach Haddon Hall (ca. 3-4 Meilen), einem schönen, mitellalterlichen Herrenhaus, das schon oft als Filmkulisse dienen durfte. Leider langt die Zeit nicht mehr für eine Besichtigung, also steigen wir dort wieder in den Bus und zurück gehts nach Derby..




Der Ausflug in den Peak District hat mir sehr gut gefallen. Einige der Trails klangen wirklich gut und interessant - perfekt zum Abschalten und Runterkommen, da hätt ich mir auch mehrere Tage vorstellen können!

Dienstag, April 18, 2017

England - Derby

Nach drei Tagen in London war es an der Zeit, der großen Stadt Tschüss zu sagen - mit dem Zug gings in die Eastern Midlands, nach Derby, wo das Bruderherz zur Zeit lebt. Derby ist jetzt vermutlich keine Stadt, in die man zum Urlaub machen fährt, die Innenstadt ist aber durchaus nett, sehr englisch, ein paar hübsche Cafés (immerhin zwei Spiele-Cafés, wann kommt der Trend nach Deutschland?) und einen durchaus sehenswerten (Hipster)Laden (Design@44) mit viel Design und viel Selbstgemachtem von Künstlern der Region.


Um von der Wohnung ins Cathedral Quarter zu kommen, muss man aber erstmal an einem kleinen, schönen Friedhof vorbei. Wir wissen, mein Herz schlägt für halbverfallene Friedhöfe, also gleich mal die Kamera gezückt und eine kleine Fotopause eingelegt. Viel Efeu, viel umgefallene Grabsteine, eine schöne Stimmung..
Und überall wunderbarer Hexenhaus-Backstein --> Herz!







Morgen dann wieder fröhlicher - dann nehm ich euch noch mit auf einen Ausflu nach Bakewell in den Peak District.

Freitag, April 14, 2017

England: London Tag 2 und 3

Tag 2 startet grauer, kühler und windiger. Wir machen uns auf den Weg in die City. Über die Millenium-Bridge mit Ben Wilson's Street Art aus unzähligen Kaugummis am Boden (wie cool ist das denn bitte?) gehts auf das Südufer der Themse, dann in Richtung 20 Fenchurch Street Tower - da ist der Sky Garden beheimatet.



Ein Besuch im gläsernen Sky Garden im 36. bzw. 37. Stockwerk des Hochhauses ist kostenlos - man muss sich allerdings vorher anmelden und dann pünktlich zum gebuchten Zeitslot da sein. So ist es nie überlaufen und man kann vom Balkon und auf einem kleinen Rundgang die grandiose Aussicht genießen.

Außerdem gibts eine Kaffeebar, eine Cocktailbar und ein Restaurant. Verhungern muss also auch keiner :). Die Preise sind für London auch normal, kann man also durchaus machen!









Wieder unten machen wir uns auf den Weg zum Southbank Exhibition Centre - noch bis zum 20. August kann man hier ins Muminland eintauchen - die Ausstellung "Adventures in Moominland" ist schon was Besonderes - auf einer ca. 60-minütige Führung gehts durchs große Buch ins Zelte, durch Dschungel und auf Flöße. Dabei lert man einiges über die Bewohner des Mumintals und die Schöpferin der Figuren Tove Jansson. Zudem gibts natürlich Originalzeichnungen und andere Exponate. Lohnt sich für große und kleine Muminfans ;).


Vorbei am London Eye in Richtung Westminster - jede Menge Menschen..



.. wir haben ein Date zum Afternoon Tea, eigentlich in der Library Lounge des Mariott Hotel County Hall. Leider wird uns bei Ankunft eröffnet, dass die Lounge wegen eines privaten Events geschlossen ist und man platziert uns im Restaurant. Das schadet der Atmosphäre leider etwas, das kann auch der emsige und freundliche Service nicht ganz wett machen. Tee war gut, haben wir aber schon besseren getrunken, die Etagere mit Sandwiches, Scones und Pattisserie ist nett, aber obs wirklich 36 Pfund pro Person wert ist..? Fazit: War mal ganz interessant, wiederholen würd ichs wohl eher nicht.

Am nächsten Tag gehts erstmal zu Fortnum and Mason - Tee in wunderschönen Dosen kaufen :D. Wir schlendern noch durch die Gentleman-Abteilung, wundern uns über geschnitzte Schleudern für teuer Geld (was man nicht alles kaufen kann..?) - es gibt einiges zu sehen. Weiter geht die Shopping-Tour mit Kontrastprogramm im Forbidden Planet Megastore (Comics und Fan-Sammelkram zu allen möglichen Serien; anders als in deutschen Comicläden dominieren hier aber eindeutig die echten Comichefte, v.a. die großen Marvel und DC sind hier zu haben. Deutlich weniger Graphic Novels als in Deutschland, die französisch-belgischen Titel (wie sie hier zu Hauf im Splitterverlag verlegt werden) fehlen ganz).



Ein Escape-Room-Besuch (nicht schlecht, aber auch nicht der Beste in dem wir waren) und eine Nudelsuppe bei Wagama später schlendern wir durch Chinatown und dann in Richtung St. Jame's Park Mein Auge verlangt nach Grün!





Der abendliche Pub-Besuch darf natürlich nicht fehlen (dieses hier mal nur stellvertretend).. am nächsten Tag geht die Reise dann gen Nordwesten weiter. Es geht nach Derby - und ich bin ehrlich gesagt gar nicht soo böse, die Großstadt zu verlassen. Auf Dauer ist das für mich ein bisschen too much - zu viele Menschen, zu viel Lärm.



Donnerstag, April 13, 2017

England: London Ankunft & Tag 1

Vergangene Woche waren wir in England - das Bruderherz und seine Freundin besuchen. Beide verbringen gerade ein knappes Jahr als assitant teacher in England. Also Chance genutzt, und mal wieder Fuß auf englischen Boden gesetzt. Der letzte Besuch ist immerhin 13 Jahre her (und wurde hier von Mama vorbildlich dokumentiert..)


Ich bin zurück mit vielen Eindrücken und vielen, vielen Fotos. Und auch wenn unser Fokus nicht auf Essen lag und ich dahingehend nicht allzuviel zu berichten habe, möchte ich hier ein bisschen was erzählen - vielleicht ist ja der ein oder andere Tipp dabei - oder man reist einfach auf Bildern mit.

Vor 13 Jahren fand ich London ziemlich toll, dieses Mal war das Fazit durchwachsener. Überall so viele Menschen und ständiger Lärm. Muss dieses Alter sein.. wieder einmal stelle ich fest - ich kann mir nicht vorstellen, in einer Großstadt zu leben, ich brauche Natur um mich rum! Aber für ein paar Tage kann man das natürlich schon mal machen ;). Sonntag nachmittag kamen wir an und haben erstmal unser Hotel (Hotel California, super gelegen direkt bei St. Pancras / King's Cross, Zimmer nicht riesig, aber voll ok, etwas hellhörig, Frühstück naja..) aufgesucht.

Und dann sind wir auch schon losgezogen, die Gegend erkunden. Ich hatte vorher schon gesehen, dass ein Restaurant der gelobten Dishoom "Kette" (5 Restaurants sinds in London glaub ich) ums Eck ist. Moderne und klassische indische Küche - wir bekommen einen Platz an der Bar und suchen uns aus der Karte ein paar Gerichte aus - hier wird fleißig geteilt. Ein richtig guter Auftakt - wir haben köstliches Murgh Malai, wunderbar zartes und saftiges würziges Hähnchen, 24-Stunden-Dahl, Salat mit Mango und Paneer, köstliches Käse-Naan.. uns gehts gut!



Wir waren recht früh (kurz vor 18 Uhr..) zum Essen da - keine schlechte Idee, als wir gehen reicht die Schlange schon weit bis nach draußen. Das Personal ist aber ziemlich fit und die Wartenden werden schonmal mit Drinks verköstigt. Hier in der Gegend um King's Cross wird gerade wahnsinnig viel gebaut, wir bestaunen Hochhäuser im Entstehen, dazwischen Urban Garden Projekte auf Baumulden. Ein Spaziergang bei Sonnenuntergang am Regent's Canal Richtung Islington, danach noch ein Absacker in der Hotelbar und ab ins Bett. Wir haben viel vor!


Am Tag 1 gehts quasi zurück in die Vergangenheit - ich möchte nochmal nach Camden. Wir laufen am Regent's Canal entlang und bewundern die zahlreichen Hausboote, die hier immer wieder liegen. Und dann sind wir auch schon da - immer noch bunt, voll, pulsierend. Keine Magic Mushrooms mehr, die vor 13 Jahren so angepriesen wurden. Immer noch ein paar Gruftiläden, aber lang nicht mehr so viele. Dafür jede Menge Touriramsch. Die Camden Locks sind aber immer noch nett zum Bummeln. Der Streetfood Market hat ein Wahnsinnsangebot, es gibt fast alles was das Herz begehrt. Wir haben leider nicht so recht viel Hunger, es bleibt bei Pasteis de Nata und Cider..




Street Food von venezoleanisch bis koreanisch ist alles dabei..



Etwas Ruhe tanken am Regent's Canal


Auch das Hausboot hat nen Garten!


Tolle Collagen-Street-Art in Camden Town


und natürlich.. Pubs. Immer und überall und so hübsch!


Als nächstes brechen wir zu einem Abstecher nach Highgate auf. Wir bummeln die hier deutlich leeren Straßen entlang und vorbei am Highgate Cemetery (wir kommen etwas spät, er schließt gerade - wir erhaschen daher nur ein paar Blicke durch den Zaun; eine Führung soll aber durchaus lohnend sein!) wieder den Berg hinunter Richtung Stadt.


.. vorbei an etwas, äh, üppigeren Privatanwesen..


Abends gehts noch ins Theater - ganz klassisch Agatha Christie's Mausefalle gucken (das Stück läuft immerhin schon seit 64 Jahren ununterbrochen..), danach noch ein Pub-Besuch und morgen gehts dann weiter mit der großen, großen Stadt..